Alois Hermann

Bis September 2018 stellt Alois Hermann seine Werke – Goldstom und Silberstrom – bei uns aus.

 

Gebannt verfolgte Alois Hermann als Kind, wie der Vater aus einem Stück Nussbaumholz fein geschnittene Wappenteller schnitzte. Von der Mutter spricht er nicht. Doch das grosse Thema, das sich durch sein ganzes Werk hindurchzieht, ist die Grosse Mutter, das Urweib. Der Vater war Schreiner. Der kleine Alois wollte auch Schreiner werden. Doch dann wurde er Bauzeichner und Sozialpädagoge. Nur nicht Handwerker! Erst der Fünfunzwanzigjährige fand durch die Kunst zum Hand-Werk zurück.

„Holz ist meine grosse Leidenschaft“, sagt er, doch lange blieben seine bevorzugten Werkstoffe Ton, Gips, Zement und Bronze. Stoffe, weit weg von der Wärme und dem Duft des Holzes. Erst gegen Ende der Neunzehnhundertachtzigerjahre entdeckte er das Holz für seine künstlerische Arbeit neu. Und schliesslich: Die Motorsäge, in jeder Hinsicht das Gegenteil des von ruhiger Hand geführten Schnitzmessers, ist zum Werkzeug geworden, das ihn zu seinen ureigensten Werken befreit hat: Den Holzskulpturen und den Holzschnitten.

Die Widersprüche motivierten ihn zur Suche nach dem Neuen, das ihn wieder zu den eigenen Wurzeln führte. Die Motorsäge, sagt er, ist „eines der aggressivsten Werkzeuge überhaupt.“ Doch er benutzt sie so geschickt wie einst sein Vater das Schnitzmesser. Und es gelingt ihm, seinen Figuren die  Züge eines individuellen Gesichts zu schenken. Die feinen Linien der Holzschnitte schneidet er mit den Kanten der Sägenkette  ins Holz. „Fein wie ein Flügelschlag und voller Krafteinsatz“, so beschreibt er seine Arbeit mit dem groben Werkzeug.