Marlise Mumenthaler

Dem Licht nachgehen

«Dem Licht nachgehen»: Die Künstlerin Marlise Mumenthaler reist dem Licht nach, sucht es an vielen besonderen Örtlichkeiten dieser Welt. In städtebaulichen Kontexten mit ausgesuchter Geometrie spürt sie spezielle Lichtführungen auf, an oft belebten Orten, welche von Menschenhand geschaffen worden sind. So auf öffentlichen Plätzen, aber auch in den Innenräumen von Museen, Bibliotheken, wo Menschen in der gelassenen Ruhe anzutreffen sind, welche die Figuren auf Marlise Mumenthalers Malereien auszeichnen.

Die zumeist starke Lichtquelle ist natürlich: es ist die Sonne. Das Licht erzählt auch von den grossen Zyklen der Tages- und Jahreszeiten, in welche die Figuren auf den Bildern eingebunden sind. Aussenräume werden fast nur in Aufsicht gezeigt. Die Figuren verlieren damit ihre Individualität und werden gleichsam zu Spielsteinen auf einem Spielbrett: ein Spiel der Lichtquelle mit den Figuren, ihren Schattenwürfen und der Struktur einer architektonischen Stadtlandschaft.

In den Innenräumen hingegen sind die Figuren offen und aufmerksam. Das Licht modelliert sie, auf dem glatten Boden entsteht eine Spiegelung. Fenster sind Schnittstellen zwischen Innen und Aussen. Ein Bild an der Wand weist auf gelebte vergangene Zeit hin und macht den Betrachtenden ihre eigene Situation bewusst. Die Bilder von Marlise Mumenthaler sind Ergebnis eines langen Prozesses der Überprüfung und Veränderung einer fotografischen Vorlage. Mit ihrem «dem Licht nachgehen» verfolgt die Künstlerin eines der Grundthemen der Malerei vom Mittelalter bis zur Gegenwart mit eindrücklicher Konsequenz. Und lenkt man den Blick aufs Detail, findet sich Malerei pur.